zum Inhalt springen

Netzwerktagung Salzburg 2019

Treffen von offenen Tür - Stellen in ganz Österreich

img_4387

Vertreter und Vertreterinnen des Netzwerkes City, Gesprächs- und Passantenpastoral aus Wien (Quo vadis, Raum der Stille und Gesprächsinsel), Salzburg, Linz, Graz, Eisenstadt und Innsbruck (der Brunnen im DEZ und die Gesprächsoase) treffen sich zur Jahrestagung in Salzburg.

Das diesjährige Thema lautete „Dazwischen“, im Untertitel präzisiert als „Gestaltungsraum, Raum des Diskurses und Ort der Gotteserfahrung“ und begann mit einer Podiumsdiskussion zwischen Lucia Greiner, Seelsorgeamtsleiterin der Erzdiözese Salzburg, Tillmann Knopf, Superintendent der Evangelischen Kirche Salzburgs, Martin Eisenbraun, Leiter der Altkatholischen Kirche Salzburgs und Dietmar Winkler, Professor für Kirchengeschichte und Patristik an der Universität Salzburg.

Der einhellige Tenor der Referentin und der Referenten war, dass die Zusammenarbeit der Konfessionen gelebte gegenseitige Hilfe für die City und Passantenpastoral sei. Es geht um „die, die zwischen den Netzen durchschlüpfen, weil sie keiner anspricht“ formuliert Lucia Greiner die Zielgruppe der City- und Passantenpastoral.

img_4394

Beim anschließenden Besuch der „Himmelsterrasse“ in der Pfarrkirche Mülln erzählte P. Franz Lauterbach OSB voll Begeisterung von seinen Bemühungen, den alten Pfarrfriedhof um die Kirche als Urnenfriedhof mit anonymer Bestattung wieder genehmigen zu lassen.

„Die Begräbniskultur hat und wird sich in den kommenden Jahren sehr stark ändern. Wir haben unseren Friedhof aufgemacht für alle Menschen, unabhängig von deren religiösem Bekenntnis“, erklärt der Pfarrer.

Ein Schild: „Urnenwiese, bitte nicht betreten“ kennzeichnet den grünen Rasen als Gräberfeld. Mehrere quadratische Stelen bieten Platz für Kerzen und Lichter. An einer großen Tafel an der Kirchenmauer stehen Namen, Geburts- und Sterbedaten der Verstorbenen. 

img_4400

Die größte Überraschung für Anfänger und für Fortgeschrittene der Citypastoral bot den Teilnehmenden die Begegnung mit P. Christian Herwartz SJ. Er schickte die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz Regen und Kälte ohne Geld, ohne Schlüssel, ohne Handy und Rucksack auf die Straße.

Getreu dem Evangelium „Ich schicke euch wie Lämmer unter die Wölfe“ wurden die Teilnehmer_Innen auf die Straße geschickt, um ihrer Sehnsucht  Gott zu finden, nachzugehen. Aber  P. Herwartz  weiß aus vielen Gesprächen, dass die Gefühle, die anleiten Gott in allen Dingen zu finden, manchen Menschen sehr schwer zugänglich sind.  So eröffnen neue Lebensumstände wie die Hauslosigkeit den Menschen neue Türen zum eigenen Erleben.

 „Was hast du erlebt?“, fragt P. Herwartz beim mittäglichen Abschlußgespräch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Und sie fangen zu erzählen an: von Kälte, Unsicherheit und nicht wissen wohin, von Gesprächen mit Obdachlosen und Passanten und vielem anderen mehr. Sie finden in den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Gruppe einen Resonanzkörper für die eigenen Gefühle.

Jesus sagt:  "Ich bin die Straße, die Wahrheit und das Leben" und meine Sehnsucht führt mich dazu Gott in allen Dingen zu finden. 

Es waren Aufregende und anregende Stunden, aktuelle Podiumsdiskussionen, gemeinsames Essen und Trinken, Besuch der Theateraufführung „Suchend“ und vieles andere mehr: doch in einem waren sich die Teilnehmenden sicher: dazwischen war ganz viel Zeit zum Austausch, zum Gespräch und zum gemeinsamen Gebet.

Wir danken für die Vorbereitung und Durchführung dieser aufschlussreichen Tagung und freuen uns auf die nächste im Jahr 2020 in Graz.

Alle Beiträge aus dem Archiv